Ohne mehr Geld für Kitas weder Integration noch Inklusion möglich
Köln/Berlin. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat die Bundesregierung aufgefordert, mehr Mittel in die frühkindliche Bildung zu investieren.
Zur Begründung weist der neue BVKJ-Präsident Dr. med. Thomas Fischbach darauf hin, dass Kinder heute täglich mehr Zeit in der Kita als in der Schule verbringen. Daraus erwächst für die Kitas eine neue Verantwortung, da sich gerade Kinder im Kita-Alter und geistig, körperlich und emotional besonders schnell entwickeln, Kitas als Bildungsorte hätten somit große gesellschaftliche Relevanz, da dort die Weichen für Integration und Inklusion gestellt werden, die ein ganzes Leben bestimmen könnten.
Bisher fehlt es in der Politik jedoch an ausreichenden Anstrengungen, Kinder in den Kitas besser zu fördern, zu integrieren und zu inkludieren, kritisiert Fischbach. „Wir vermissen immer noch ein Qualitätsgesetz, das bundeseinheitliche Standards für Kindertagesstätten festlegt – vom Personalschlüssel bis zum Bildungsplan.“
Die ab dem 1. 1. 2016 gültigen Förderprogramme "Sprach-Kitas" und "Kita Plus" zum Ausbau der Randstundenbetreuung würden nicht reichen, jedem Kind - ob gesund oder behindert, deutsch oder mit ausländischen Wurzeln - die Chance zu geben, sein individuelles Potential zu entfalten. Notwendig sei stattdessen eine Verstetigung der Finanzströme, um damit neue Förderprogramme auflegen zu können und besser ausgebildete Erzieherinnen sowie einen besseren Personalschlüssel in den Kitas finanzieren zu können. R. Schmid