Wir wollen EINE Gesellschaft für ALLE“
Diese Resolution zum Thema Inklusion ist von den rund 100 Teilnehmern der Jahrestagung 2013 von Kindernetzwerk e.V. einstimmig verabschiedet worden. Die Jahrestagung stand unter dem Motto „Inklusion 2013 und die Eltern-Selbsthilfe: Daten, Fakten und Positionen“.
Eine vollständige Einbindung von Angehörigen ausgeschlossener oder nur teilintegrierter Gruppen durch ihre gleichberechtigte Teilhabe am gemeinsamen Leben ist für unsere Gesellschaft eine drängende Frage und eine dringende Aufgabe für die nächsten Jahre. Diese Herausforderung erfolgreich zu meistern erfordert eine offene positive Haltung jedes Einzelnen zu allen Mitgliedern der Gesellschaft. Ebenso ist eine Veränderung der öffentlichen Wahrnehmung und der strukturellen Gegebenheiten zugunsten der Benachteiligten und Ausgegrenzten notwendig.
Die Verwirklichung des uneingeschränkten Rechts auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben findet ihre Grenzen im unterschiedlich stark eingeschränkten Potential des Einzelnen. Der zentrale Aspekt der Inklusion, dieses vorhandene Potential zu seinem Wohl optimal zu nutzen, wird verwirklicht durch das gemeinsame Entwickeln bestmöglicher individueller Lösungen und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
Ein frühzeitiges Zusammenleben mit benachteiligten Kindern in Kindertagesstätten und Schulen fördert die soziale Kompetenz aller Beteiligten. Zugleich baut diese Erfahrung Ängste auf allen Seiten ab und vermittelt Sicherheit und Gelassenheit im Umgang mit einem Handicap. Dabei ist es auch wichtig, die Anliegen der Kinder und Jugendlichen und die Erwartungen der Eltern mit den realen Gegebenheiten und Möglichkeiten in Einklang zu bringen.
Wichtiges Ziel ist ein gemeinsamer Unterricht aller Schüler und Schülerinnen mit Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Bedürfnisse und einer entsprechend differenzierten individuellen Förderung. Dies wird aber erst durch die Bereitstellung der dazu notwendigen personalen, strukturellen und finanziellen Ressourcen in Kindertagesstätten und Regelschulen ebenso ermöglicht wie durch die Öffnung bewährter Spezialeinrichtungen für alle Kinder und Jugendlichen.
Voraussetzungen dafür sind das gemeinsame Entwickeln eines inklusiven pädagogischen Konzepts und die Einführung entsprechender Qualitätskriterien für alle Bildungseinrichtungen. Dieses Konzept wird vermittelt bei der Aus- und Fortbildung von Erzieherinnen, Lehrkräften, Betreuungs- und Pflegepersonal. Durch deren Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams wird es auch zur Basis für das gemeinsame soziale Lernen der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien.
Über dieses in der Öffentlichkeit oft als das einzige Feld der Inklusion wahrgenommene Thema des gemeinsamen Unterrichts hinaus gilt es, auch für alle anderen Bereiche des gesellschaftlichen Zusammenlebens wie zum Beispiel in der Wohn- und Berufswelt sowie der Kultur und Freizeit Bedingungen zu formulieren und zu schaffen, durch die eine Teilhabe zur Selbstverständlichkeit wird.
Zu diesem Zweck trägt das Kindernetzwerk individuelle Erfahrungen und bereits bestehende Projekte auf dieser neuen Website zusammen und dokumentiert dort die Faktoren für deren Gelingen oder Scheitern. Auf diese Weise werden der Öffentlichkeit und den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, in Verbänden und Körperschaften, in der Wirtschaft und nicht zuletzt bei den Kostenträgern realistische und realisierbare Möglichkeiten gelebter Inklusion aufgezeigt. Damit wollen wir aber auch unsere Mitglieder motivieren, sich kreativ bei der Verwirklichung der gesellschaftlichen Inklusion einzubringen, und mögliche Sorgen und Befürchtungen aller an diesem Prozess beteiligten Akteure während der Veränderungs- und Umstellungsphase abbauen.

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